BIV - Azubis trotzen dem Corona-Protokoll

Foto: Stephan Maderner

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Azubis trotzen dem Corona-Protokoll

Nach langer Zeit fand wieder einmal eine Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbands für das Zweiradhandwerk - Vereinigung des Fahrrad- und Kraftrad-Gewerbes (kurz: BIV) in physischer Präsenz statt. In der Geschäftsstelle in Hilden trafen sich am 27. November rund 20 Zweiradprofis zum Branchenaustausch. Getagt wurde coronakonform nach der 2G-Plus-Regel.

Bundesinnungsmeister Franz-Josef Feldkämper begrüßte die Teilnehmer und berichtete von einem Jahr, das stark von den Disruptionen der Corona-Krise geprägt gewesen sei. Fahrrad wie Motorrad litten nach wie vor unter großen Störungen in der globalen Lieferkette. Ein weiteres Opfer der aktuell grassierenden vierten Coronawelle ist der Europacup der Zweiradberufe in den Niederlanden im März 2022. „Diesmal werden wir vom BIV wegen fehlender Kandidaten aus dem ausgefallenen Bundesleistungswettbewerb und der allgemeinen Pandemielage nicht daran teilnehmen“, erläuterte der Bundesinnungsmeister einen entsprechenden Beschluss des Vorstandes.

Die Corona-Krise hat 2020 deutliche Spuren auf dem deutschen Ausbildungsmarkt hinterlassen.So seien bundesweit 9,3 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als 2019. Doch hätten sich Handwerksberufe wie der des Zweiradmechatronikers erfolgreich diesem Negativtrend entgegengestemmt. Unter dem Strich wurden im deutschen Zweiradhandwerk 1110 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 120 mehr als 2019. Zum Vergleich: 2016 entschieden sich nur 777 Azubis, ihr handwerkliches Geschick im Zweiradbusiness einzusetzen. „Die Tendenz ist weiter steigend“, freut sich der Bundesinnungsmeister. Das Gros der neuen Lehrlinge 2020 entfalle mit 711 neuen Verträgen auf den Zweiradmechatroniker der Fachrichtung Fahrradtechnik (Vorjahr: 624). Dagegen gingen die Zahlen bei den neuen Ausbildungsverträgen für Fahrradmonteure von 249 (2019) auf 231 im Jahr 2020 zurück.

Die Motorradsparte verzeichnete 399 neue Ausbildungsstellen (Vorjahr: 366). Auch hier zeigt der Trendpfeil weiter nach oben. Gleichwohl suchen die gut 2.000 Motorrad- und 6.000 Fahrradbetriebe derzeit händeringend nach Personal – und finden es nicht. Um den Bedarf zu befriedigen, müsste die Ausbildungsbilanz um ein Mehrfaches steigen.

Geschäftsführer Marcus Büttner erläuterte im Anschluss an die Rede des Bundesinnungsmeisters den Stand bei den angelaufenen Online-Gesellenprüfungen und der Reform der Meisterprüfungsverordnung. Auf dem Programm des öffentlichen Teils der Mitgliederversammlung standen außerdem Impulsvorträge zweier Branchenprofis. Den Beginn machte Digitalcoach Thomas Dickenbrock. Sein Thema: „Sichtbar erfolgreich handeln – Digitalisierung im Zweirad-Handwerk“. Er zeigte auf, mit welchen Strategien und Instrumenten sich Zweiradbetriebe in der zunehmender digital werdenden Welt sichtbar(er) machen können. „Was früher die Gelben Seiten waren, ist heute Google My Business“, so Dickenbrock. Zwei wichtige Tipps gab er den Teilnehmern auf den Weg: „Authentizität ist Trumpf und Digitalisierung ist Chefsache!“

Wie man „Im richtigen Kanal fischt“ und welche „Rolle Social Media bei der Nachwuchsgewinnung für das Handwerk“ spielt, zeigte Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, auf. Sein Credo für professionelle Arbeit im Netz: „Nicht nur Bilder zeigen, sondern Bilder im Kopf erzeugen.“ Social Media koste kein Geld, aber viel Zeit und Ressourcen. Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf zieht alle Register der digitalen Ansprache. Beispiele sind Aktionen wie das „Elternpraktikum“ oder der „Dads' Day“ für den Bereich „Zweirad“

Tischner zählte zum Schluss die goldenen Regeln für erfolgreiches Operieren der Zweiradbetriebe auf Social Media auf:

  • Machen Sie es richtig oder lassen Sie es sein!

  • Seien Sie authentisch und ehrlich.

  • Es ist zusätzliche Arbeit, die sich aber lohnen kann.

  • Seien Sie auf alles vorbereitet (Stichwort: Shitstorm).

  • Fotos, Fotos, Fotos (Bildsprache).

  • Beachten Sie rechtliche Aspekte (Urheberrechte).

  • Social Media bedeutet Regelmäßigkeit.

  • Ohne Homepage geht gar nichts.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung gab Torsten Benge vom Benge Versicherungsteam aus Coesfeld einen Überblick über den vielfältigen Markt der Fahrradversicherungen und worauf es bei den einzelnen Policen ankommt. Im Fokus stehe stets der zusätzliche Mehrwert für die Kunden und die sich daraus erwachsenden Umsatzchancen für die Werkstatt.
 

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