Benchmarkclub - Berliner Runde schlaut Händler auf

Foto: Detlev Blum

Benchmarkclub

Berliner Runde schlaut Händler auf

Zum ersten Präsenz-Workshop seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 trafen sich die Mitglieder des »bike & business«-Benchmarkclubs Ende November im Abacus Tierpark Hotel in Berlin, coronakonform nach der 2G-Regel. Zudem hatten sich viele Teilnehmer freiwillig und zusätzlich testen lassen.

Am Vorabend der Tagung besuchten die 23 Teilnehmer zwei Standorte ihrer Kollegen. Den Anfang machte GST Berlin im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, Ortsteil Biesdorf (Grabensprung 8). Dort begrüßte Inhaber Christoph Lessing die Händler und führte durch seinen Vorzeigebetrieb, der beim Award »Motorradhändler des Jahres« 2019 den 2. Platz machte. GST Berlin ist Vertragshändler für KTM, Husqvarna und Gas-Gas und betreibt in Dreilinden im Westen der Hauptstadt eine weitere Filiale.

Danach stand die Betriebsbesichtigung von Roewers Motorrad Centrum Berlin, wie GST ebenfalls im Bezirk Marzahn-Hellersdorf (Rhinstraße 54) gelegen, auf dem Programm. Inhaber Axel Roewer führte durch seinen BMW-, Kawasaki- und Ducati-Betrieb und stellte sich den Fragen seiner Kollegen. Auch Roewer gehört zu den Betrieben, die beim Branchen Oscar von »bike & business“« eine Top 5-Platzierung erreichte (2011).

Auf kulturelle Entdeckungsreise quer durch Berlin ging es anschließend bei einer kurzweiligen Stadtrundfahrt mit „Berliner Schnauze“ mit kurzen Stopps am Brandenburger Tor und am weihnachtlich geschmückten Gendarmenmarkt. Spendiert hatten diesen Trip durchs adventliche Berlin Axel Roewer und Christoph Lessing! Den kulinarischen Abschluss genehmigten sich die Teilnehmer in der Wilden Matilde, einem DDR-Nostalgierestaurant mit cooler Cocktailbar in sagenhaft pink-plüschigem Ambiente.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Analyse des Datenmaterials aus dem fabrikatsübergreifenden Betriebsvergleich. Ausgewertet wurde das komplette Geschäftsjahr 2020 und die ersten acht Monate des vergangenen Jahres. Jeder Betrieb bekam eine Individualauswertung seiner Zahlen, die wie immer Martin Berning von der BBE Automotive anonymisiert vorgenommen hatte. Die Unternehmen melden ihre BWA etwa über eine Schnittstelle im CSB-Warenwirtschaftssystem. Die Daten der Händler werden anonymisiert und streng vertraulich behandelt. Jeder sieht aber, wo er im Vergleich zu den anderen steht und an welchen Stellschrauben er drehen muss, um Umsatz und Gewinn in den einzelnen Warengruppen zu steigern.

Was wird im Benchmark-Club noch diskutiert? Es geht um die Eigenkapitalquote, um den Gewinn nach Unternehmerlohn und um die notwendigen Roherträge bei Neu- und Gebrauchtfahrzeugen. Nachgegangen wird auch der Frage nach noch bezahlbarer Miete oder Immobilieninvestition. Beantwortet werden Fragen wie viele Stunden pro produktivem Mitarbeiter mindestens verkauft werden sollten, welche Stundenverrechnungssätze machbar sind, welche Standzeiten bei neuen und gebrauchten Bikes sich ein Betrieb leisten kann und wie die Personalkosten in Relation zum erwirtschafteten Rohertrag stehen.

Der Benchmarkclub wurde 2013 von »bike & business«, CSB Software und der BBE Automotive ins Leben gerufen. Zu den Sponsoren des Clubs gehören die Santander Consumer Bank und Motul Deutschland. Da neben der betriebswirtschaftlichen Analyse auch viel Wert gelegt wird auf praktische Tipps, zeigte Motul-Technikleiter Alexander Hornoff in Berlin in einem Impulsvortrag auf, wie man mit Additiven im Wintergeschäft Zusatzumsätze generieren kann.

Carsten Schübeler, Anzeigenleiter des Syburger-Verlags, stellte das neue, erweitere Motorradmedienprogramm des Zweiradverlags aus Unna vor. »bike & business«-Chefredakteur Stephan Maderner wies die Teilnehmer auf die neuen Events der Fachmedienmarke 2022 hin. Darunter unter anderem. die Motorradtour im Juli, die Verleihung des Awards »Bike Woman of the year« auf der Intermot in Köln im Oktober und der Fachtagung »bike & business« am 17. November in Unna. Dann wird auch wieder der Award »Motorradhändler des Jahres« verliehen, für den man sich seit kurzem bewerben kann.

Der fabrikatsübergreifende Betriebsvergleich, der in der Berliner Runde vom 29. und 30. November erörtert wurde, ergab für das Jahr 2020 ein sehr erfreuliches Ergebnis: Die durchschnittlichen Umsatzrenditen lagen deutlich über dem Vor-Krisenjahr. Und auch die Performance in den ersten acht Monaten dieses Jahres konnte sich sehen lassen. Zwar sanken die Umsätze, weil wegen der Lieferkettenproblematik Fahrzeuge und Teile fehlten. Doch stimmte unter dem Strich die Ertragssituation, weil wegen der raren neuen und gebrauchten Bikes auf dem Markt deutlich weniger Nachlässe gegeben wurden als in der Vergangenheit.

Der Geist des Clubs, dem sich gegenwärtig rund 90 Betriebe angeschlossen haben, lebt von:

  • Transparenz: Der Motorradmarkt bekommt durch den fabrikatsübergreifenden Betriebsvergleich valide Daten.

  • Wettbewerb: Die Händler stellen sich auf den Prüfstand und messen sich mit den Erfolgreichen der Branche.

  • Hilfe und Support: Der moderierte Erfahrungsaustausch unter Kollegen fördert wertvolle Management-Tipps zur Steuerung des Betriebs zutage.

  • Erkenntnis: Von den Besten lernen, heißt siegen lernen.

  • Der Club-Gedanke: Ein exklusiver Kreis von fortschrittlichen Händlern macht sich fit für die Zukunft.

Das nächste Treffen des Benchmark-Clubs ist für den 23. und 24. Februar 2022 geplant. Dann trifft sich der Club der quicklebendigen Händler in Hannover. Im Rahmen des Treffens werden aktuell drängende Themen diskutiert, welche die Händler vorher einreichen können. Außerdem lädt uns Benchmark-Club-Mitglied Jaqueline Saßnick zur Besichtigung ihres Betriebes Italmoto nach Garbsen bei Hannover. Der Multibranddealer ist Vertragshändler für Triumph, Ducati, Yamaha, Aprilia, Moto Guzzi, MV Agusta, Vespa, Piaggio, Piaggio Commercial und Fantic.

Wer Interesse hat, Mitglied im Benchmark-Club zu werden, sende gerne eine Mail an: maderner@syburger.de.
 

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