Das Motorrad-Abo – ein Gedankenexperiment

Aktuelle Studien legen es an den Tag: Das Mobilitätsverhalten der Generation Z, also junger Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren ist pragmatisch statt dogmatisch. Kauf, Leasing, Abo? Wer heute mit einem Kraftfahrzeug mobil sein möchte, kann aus vielfältigen Modellen wählen. Der Besitz eines eigenen Kfz ist da nur ein Parameter. Wichtig ist vielen die Kombination aus Nachhaltigkeit und Effizienz.

Werfen wir doch mal einen Blick auf das sogenannte Auto-Abo. Die Anbieter dieser Mobilitätsform schießen wie Pilze aus dem Boden. Darunter finden sich Autobauer wie Mercedes oder Volvo, klassische Autovermieter wie Sixt oder Buchbinder sowie Unternehmen, Finanzierer, Autohäuser oder auch Start-ups wie Abodeinauto, Cluno, Flexxdrive, Finn, ViveLaCar oder Like2drive. Warum fahren immer mehr Kunden darauf ab - was sind die Vor- und Nachteile von solchen Auto-Abos?

Was dafür spricht:

Die Kunden haben die volle Kostenkontrolle - Steuern und Versicherung sind in der monatlichen Rate inkludiert. Der Abonnent ist in einem Neuwagen unterwegs ohne hohe Anschaffungskosten. Die Auswahl ist groß, man fährt häufig die neuesten Modelle, welche die neueste Technik an Bord haben. Die Vertragslaufzeiten sind kurz und flexibel. Man kann sich einfach und schnell anmelden, der Prozess läuft meist komplett digital ab. Für den Kunden spielt der Wertverlust keine Rolle.

Und nun zu den Nachteilen:

Einige Anbieter verlangen eine Start- beziehungsweise Anmeldegebühr. Die Freikilometerpauschale ist mitunter sehr niedrig. Das Auto wird lediglich gemietet und ist kein Eigentum. Bei einigen Anbietern gibt es Einschränkungen wie Mindestalter oder jährliche Fahrleistung und mit negativer Schufa lässt sich ein Abo oft nicht abschließen.

Käme ein solches Abo-Modell auch für Motorradfahrer in Frage? Und gäbe es eines – wäre es  für Motorradhändler denkbar, machbar und finanziell lukrativ? Wagen wir doch mal ein Gedankenexperiment und basteln uns ein Motorrad-Abo-Modell, das ein fiktiver Anbieter vielleicht so oder so ähnlich einem Motorradhändler offerieren könnte:

  • Abonniert werden können Motorräder bis zu einem Preis von 20.000 Euro.
  • Der Fahrer muss mindestens 21 Jahre alt sein.
  • Angeboten wird eine Vollkasko-Versicherung die unabhängig von den SF-Klassen des jeweiligen Kunden ist.
  • Die Fahrzeugplattform und die Antragsstrecke inklusive Bonitätsprüfung wird digital vom Abo-Dienstleister gestellt und kann auf der Händlerhomepage eingebunden werden.
  • Der Fahrzeugbestand des Händlers wird über Schnittstellen zu vorhandenen CRM-Systemen des Händlers auf die Abo-Plattform geladen.
  • Für den Anschluss und die Nutzung des Abo-Systems fallen im Handel keine Gebühren an.
  • Die Fahrzeuge verbleiben im Händlerbestand.
  • Über die Wintermonate gewährt der Anbieter des Abo-Modells eine Einkaufsfinanzierung.
  • Die Aborate und seine Marge kalkuliert der Händler selbst.

Jetzt bin ich auf die Meinung der Händlerschaft gespannt. Was halten Sie von diesem gedachten Motorrad-Abo-Modell? Wären solche oder ähnliche Eckdaten für Motorradhändler attraktiv? Wo sehen Sie Risiken und Fallstricke? Welche Parameter und Eckdaten müssten noch beachtet werden? Oder ist das Businessmodell von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil das Produkt Motorrad einfach zu spezifisch und individuell ist, als dass man es wie den Gebrauchsgegenstand Auto abonnieren kann? Ich freue mich wie immer auf Ihr Feedback an maderner@syburger.de.
 

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bike & business 5/2021

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