Denk ich an BMW Motorrad in der Nacht…

Mein Speedlog vom 18. Juli „BMW Days 2022: Verloren in Berlin?“ hat ein lebhaftes Echo ausgelöst. Stellvertretend für viele eingegangene Meinungen anbei drei Positionen.

Eine davon stammt von Franz Josef Schermer, Geschäftsführer Schermer Verlag GmbH:

„Wenn der Größenwahn regiert bei BMW Motorrad, und das tut er eigentlich immer, schon immer, immer wieder ohne Unterlass, dann kommt sowas raus wie BMW Days in Berlin 2022. Danke das genügt, Gruß Franz Josef Schermer.“

Eine sehr ausführliche und differenzierte Analyse der BMW Days lieferte uns Thomas Grund:

„Lieber Stephan Maderner,
vielen Dank für den Artikel und den ungekürzten und unfiltrierten Kommentar vom Bikerfreund Dieter Schneider. Nachfolgend meine (mit Spannung erwartete) Reaktion auf den Artikel.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? 
Keine in Berlin. Jede Menge in Garmisch-Partenkirchen seit 2006.

Werdet ihr nächstes Jahr wieder nach Berlin fahren?
Wieso wieder? Ich war nicht dort und plane auch keinesfalls dorthin zu fahren.

Wem hat das Event gefallen?
Keine Ahnung. Dem einen oder anderen sicherlich.

Und warum ist und bleibt Garmisch der bessere Standort?
Framing – Suggestivfrage – kommt hier der Diplom-Politikwissenschaftler durch oder spricht das Herz?

Meine Meinung
Aus Sicht der BMW-Verantwortlichen ist Berlin der bessere Standort für die BMW Days 2022ff. Die BMW-Verantwortlichen werden intern ihre guten Gründe dafür gefunden haben. Mag sein, dass BMW auch selektierte Kunden und/oder das inter-/nationale Händlernetzwerk zum Thema befragt hat. Wie dem auch sei – am Ende ist es nun Berlin geworden.

Aus Sicht der BMW-Kunden mag es drei Lager geben. Garmisch. Berlin. Egal. Eine interessante Frage wäre, ob nationale bzw. internationale BMW-Kunden unterschiedlich votiert haben/hätten?

Für mich als Biker und BMW-Kunde ist mein Favorit ganz klar Garmisch! Warum? Als Biker bevorzuge ich Alpen/Mittelgebirge. Großstädte und das Flachland meide ich wie der Teufel das Weihwasser. Als BMW-Kunde denke ich zuerst an Bayern (Zentrale), dann an die Eigentümer (ca. 20 Prozent der BMW AG Aktien wohnen quasi bei mir um die Ecke) und dann erst an Berlin (Werk). Während Unternehmenszentralen meist fest(er) verwurzelt, das heißt standortfest sind, sind es sogenannte „Produktionsstandorte“ in einer globalisierten, stark arbeitsteiligen Welt eher nicht. Und nach wie vor kaufe ich meine BMW beim Händler (stationär) und nicht im Internet (online) und auf absehbare Zeit auch nicht im zentralen „Werksverkauf Berlin“ (online + stationäre Auslieferungslager). Think!

Meine kleine Analyse
Betrachte ich mir den Motorrad-Markt in Deutschland, dann sind offenbar 58 Prozent der Fahrzeugbestände geographisch im Süden der Republik zu finden. In der geographischen Mitte NRW + Sachsen befinden sich immerhin noch 22% des Bestandes. Und dort befinden sich auch noch Mittelgebirge.

Betrachte ich mir die Einwohnerzahlen in Deutschland, dann scheint es eine positive Korrelation zwischen Fahrzeugbestand, Einwohnern und der geografischen Lage von (Mittel)Gebirgen in DE zu geben. Das halte ich für keinen Zufall.

Mein Fazit
Aus Sicht des Marktes kann die Entscheidung der BMW-Verantwortlichen für Berlin eigentlich nur eine politisch beziehungsweise strategisch motivierte sein. Nachahmungseffekt? Welcher andere europäische Hersteller feiert sich in einer Großstadt? München wäre nur weniger fatal gewesen. Es wird sich zeigen, ob die BMW-Kunden diese Wahl goutieren. Kunden stimmen in der Regel mit den Füßen ab. Im Fall der BMW Days wohl auch mit den Reifen.

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sollen in Deutschland keine Zukunft haben. Was keine Zukunft hat oder aufzeigen kann, das findet man geradezu gehäuft in Berlin. Verloren in Berlin? Verloren in Berlin! Q.E.D. (Ironie aus)

PS: Ich fahre seit 27 Jahren intensiv Motorrad und davon 20 Jahre ununterbrochen BMW-Motorräder. Neben BMW (parallel) kamen fast immer auch andere Marken wie Ducati, KTM, Triumph, Yamaha und aktuell Honda zum Einsatz. Ich blicke auf ca. 400+ Tkm im Sattel von 8 Motorrädern zurück. Ich bin viel gefahren/gereist, habe viele Länder/Biker /Händler/Messen/Marken-Events kennengelernt und an vielen Trainings teilgenommen. Ich habe die Biker-Szene auch immer im Printbereich und TV beobachtet. Ich halte mich für einen passionierten Biker.

PPS: Mich bewegen aktuell eine 2017er BMW R 1200 GS/ADV LC und eine 2002er HONDA CBR 600Fi (PC35) und die große Frage, warum ausgerechnet Berlin? Denk‘ ich an BMW Motorrad in der Nacht.
Grüße Thomas Grund“.

Last but not least hat uns auch Wunderlichs Markenbotschafter Herbert Schwarz seine Meinung zu den BMW Days geschickt:

„So, die BMW Motorradtage in Berlin sind vorbei. Es waren zwei schöne Tage, es waren zwar interessante Tage, aber es ist sicherlich kein echter Ersatz für die MotorradDays in Garmisch. Es wäre eine schöne Ergänzung für den Nord-Osten Deutschlands aber in Garmisch war alles irgendwie spannender und vertrauter außerdem kann man viel besser mit anderen Motorradfahren ins Gespräch kommen.“

Vielen Dank für all‘ die guten und differenzierten Argumente und das Pro und Contra BMW Days am Standort Berlin. Man darf jetzt auf die Entscheidung von BMW Motorrad gespannt sein. Wie zu hören war, will man die Show 2023 wieder in Berlin steigen lassen. Es bleibt spannend für die weiß-blaue Biker-Community.

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