Der mit dem Motorrad tanzt...

...Christian „Chris“ Pfeiffer, die Stuntman-Legende, ist von uns gegangen. Sein plötzlicher und unerwarteter Tod hat die Motorsportszene und weltweite Bike-Community ins Mark getroffen. Am 15. März 2022 wurde bekannt, dass er sich am Wochenende zuvor nach einem erbitterten Kampf gegen eine schwere Depression das Leben nahm.

Es gibt wohl keinen Motorradfahrer, der sich von den akrobatischen Fahrkünsten des Allgäuers, geboren am 20. April 1970 in Schongau, in seinen zahlreichen Shows auf Messen und Rennsportveranstaltungen nicht in seinen Bann ziehen ließ. Bei seinen Fahrvorführungen schien er den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen – auf seinem Zweirad war er ohnehin zumeist nur auf einem Rad unterwegs.

Seine Stoppies und Wheelies waren geprägt von seltener Eleganz. Der Pilot, der nach seinem Abitur Sport und Biologie studierte, verschmolz mit seinem fahrbaren Untersatz. Sein Können erwarb sich der Stuntrider mit dem Spitznamen „Pfiff“ beim Trialsport. Bereits im Alter von zehn Jahren bestritt er sein erstes Trialrennen. Gleich viermal gewann er das legendäre Erzbergrodeo, je viermal holte er sich die Trophäen des Stuntweltmeisters und -Europameisters. Chris Pfeiffer trat weltweit in über 94 Ländern auf und machte das Stuntriding damit salonfähig.

2015 zog sich Chris Pfeiffer bewusst aus dem professionellen Sport zurück; er wollte sich wieder mehr um seine Frau und seine drei Kinder zu kümmern. „Ich war auf der ganzen Welt unterwegs, habe mich aber auch selbst ausgebeutet, nannte er neben dem Alter als Grund für seinen Rücktritt“, zitierte ihn das Speedweek Magazin.

Im Gedächtnis bleiben unglaubliche Aktionen, die er zusammen mit seinen Partnern BMW Motorrad und Red Bull inszenierte. Weltweit viral ging etwa der Versuch, den Pass zum Großglockner mit dem Hinterrad zu bezwingen oder sein heißer Ritt durch den Fahrstuhl auf das Dach des BMW-Towers in München. Zuverlässig lieferte er spektakuläre Bilder.

Trotz des vielen Adrenalins, das in ihm floss und der gigantischen Wertschätzung, die ihm seine Fans bis zuletzt auf dem Planeten Zweirad entgegenbrachten, wurde er am Ende Opfer der heimtückischen Krankheit. Hinweisen möchte ich an dieser Stelle an die Initiative Fellowsride von Dieter Schneider – mit offenem Visier für die Depressionshilfe. Sie schärft unser Bewusstsein für die lebensgefährliche Krankheit, die uns fast alle betrifft, ob direkt oder indirekt.

Am 26. März wird Chris Pfeiffer um 9 Uhr 30 in Trauchgau beigesetzt. Die Motorradbranche verneigt sich vor einer Legende auf dem Motorrad. RIP.

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bike & business 3/2022

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