Freiheit, die ich meine...

...heißt ein politisches Gedicht von Max von Schenkendorf, das im Eindruck der Befreiungskriege 1813 nach der Völkerschlacht in Leipzig entstand und lange Zeit zum Allgemeinwissen der Deutschen zählte. 208 Jahre später ist die Schlacht um den deutschen Bundestag geschlagen. Jetzt gilt es für den Kanzler in spe, seine Koalitionsampel mit den richtigen Farben auszustatten, damit sie dem Regierungszug das Signal zum Anfahren gibt.

Eine zum Thema Freiheit passende Leserreaktion zu meinem letzten politischen Speedlog mit dem Titel „Das Kreuz mit dem Kreuz“ möchte ich an dieser Stelle zum Besten geben. Es schrieb mir Bernhard K. aus München. Sein zentrales Thema: Freiheiten, die der Zweiradbranche neue Impulse verleihen könnten:

„Sehr geehrter Herr Maderner, was mir in der Diskussion um die Energiewende immer ein wenig zu kurz kommt, sind die neuen Freiheiten, die sich eigentlich durch sie ergeben müssten. Diese könnten vieles schmackhafter machen, aber doch will man nichts von ihnen wissen, auch wenn sie vielen vieles ein wenig schmackhafter machen könnten. Ich gebe Ihnen hierfür zwei Beispiele.

Die meisten Motocrossstrecken in Deutschland dürfen aus Gründen des Emissionsschutzes kaum noch benutzt werden. Diese Beschränkung gilt auch für Elektrofahrzeuge, obwohl diese weder einen sonderlichen Lärm machen, noch Abgase ausstoßen. Das Verbot ergibt für diese Fahrzeuge eigentlich keinen Sinn. Würde man die Strecken für Elektrocrosser freigeben, würde das die Attraktivität des Sportes nicht nur erhöhen, sondern auch dazu führen, dass sehr viel schneller auf Elektrofahrzeuge umgerüstet würde, um von dieser neuen Freiheit Gebrauch machen zu können.

Um Emissionen einzusparen überlegt man sich eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 130 auf Autobahnen. In der Gesamtbilanz spielen Geschwindigkeiten jenseits der 130 kaum eine Rolle. Dennoch wird es wohl zu einer solchen Geschwindigkeitsbeschränkung kommen. Wollte man wirklich die Emissionen senken, müsste man für Fahrzeuge mit Elektroantrieb von einer Geschwindigkeitsbeschränkung absehen. Elektrofahrzeuge verursachen ja nicht nur jenseits der 130 keine Emissionen, sondern bei jeder Geschwindigkeit. Allein um mal schneller fahren zu können, würden die Menschen umso schneller auf E-Fahrzeuge wechseln.

Diese beiden Beispiele mögen genügen. Es ließen sich sicherlich noch mehr finden. Mir kommen in der ganzen Diskussion die Freiheiten, die sich ergeben müssten einfach zu kurz, insbesondere dann, wenn sie der „guten“ Absicht doch eigentlich Vorschub leisten würden.“

So weit die interessanten Anmerkungen von Bernhard K. Vor allem in puncto Freiheiten, die ich vehement für eine moderne Wirtschafts- und Mobilitätspolitik mit Zukunftsperspektive einfordere, stimme ich ihm zu 100 Prozent zu. Jetzt liegt es an den neuen Volksvertretern mit Regierungsauftrag, dass sie die von uns abgegebenen Stimmen so in Bündnisse umsetzen, dass es vorangeht mit der Modernisierung und Digitalisierung unseres Landes. Gemeinsinn und Wohlstand brauchen neue Freiheiten, um wachsen zu können. Der Schlussvers des Gedichtes „Freiheit, die ich meine...“ aus dem Jahr 1813 lautet übrigens so:

Freiheit, holdes Wesen,
Gläubig, kühn und zart
hast ja lang erlesen
Dir die deutsche Art.

Ihre Meinung zum Thema wie immer an maderner@syburger.de.  

PS. Wer mag, kann hier das zitierte Gedicht „Freiheit, die ich meine...“ aus dem Jahr 1813 in voller Länge auf Wikipedia nachlesen.

 

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