GTÜ: Motorrad-Oldtimer hervorragend in Schuss

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GTÜ: Motorrad-Oldtimer hervorragend in Schuss

Klassische Motorräder liegen bei der Mängelquote der amtlichen Hauptuntersuchung hervorragend im Rennen, während Pkw leicht dahinter zurückbleiben: Das ist eine zentrale Aussage der Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) aus ihrer aktuellen Oldtimerstatistik, die auf der Retro Classic in Stuttgart vorgestellt wurde.

„In der Altersstufe von 30 Jahren und mehr sind viele Zweiräder reine Hobbyfahrzeuge und offenbar sehr gut gepflegt. Autos hingegen liegen bei der Mängelquote nicht ganz so gut – obwohl auch sie mit H-Kennzeichen als technisches Kulturgut gelten“, sagt Marco Oehler, Technischer Leiter der GTÜ.

Neben Zahlen für historische Pkw stellte die GTÜ erstmals auch die für klassische Motorräder vor. „Denn das gesamte Spektrum – etwa Sportbikes Enduros und Tourer – erfreut sich ebenfalls einer anhaltenden Beliebtheit bei den Fans“, sagt Alexander Schechinger, Referent Classic der GTÜ.

Zuletzt hat die GTÜ an allen Prüfstellen und Prüfstützpunkten jährlich rund 7,9 Millionen Fahrzeuguntersuchungen durchgeführt. 298.338 davon entfielen auf Fahrzeuge im Alter von 30 Jahren und mehr.  2021 habe man insgesamt 18.981 Begutachtungen (plus 67 Prozent im Vergleich zu 2011) nach § 23 StVZO erstellt. Das waren sogenannte Oldtimergutachten, die als Voraussetzung für das H-Kennzeichen dienen. Der Marktanteil der GTÜ für diese Dienstleistung lag im vergangenen Jahr bei 17,7 Prozent.   

Innerhalb des flächendeckenden Expertennetzwerks der GTÜ gebe es 150 Sachverständige mit einer zusätzlichen Spezialisierung auf Oldtimer.

Die Quote der Pkw, die 2021 über alle Altersgruppen hinweg ohne Mängel die Hauptuntersuchung (HU) bestanden, betrug 66 Prozent (bei 100 Prozent für die fehlerfreie HU). Bei Motorrädern sah es deutlich besser aus. Über alle Altersklassen hinweg betrug dieser Wert 90 Prozent. Mit H-Kennzeichen lag er mit 93 Prozent sogar leicht darüber und die Neuzugänge bei den Motorrad-Oldtimern lagen mit 89 Prozent nur geringfügig darunter. 

Erhebliche Mängel stellen die Prüfer bei Pkw-Oldtimern am häufigsten an der Baugruppe Bremsanlage fest (46,5 Prozent) gefolgt von der lichttechnischen Einrichtung (27,3 Prozent). Bei Motorrad-Oldies stand ebenfalls die Baugruppe Bremsanlage (56,5 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Mängel an Achsen, Rädern und Reifen (24,9 Prozent) – mit verschlissenen Reifen als häufigster Mangel in dieser Kategorie.

Der Blick auf die mehr als 30 Jahre alten Motorräder jeweils in Pärchen entsprechend der Maschinengattung (ebenfalls alle Mängelquoten von 2021 sowie Wertentwicklung Stand 2022 für einen sehr guten Zustand): Die Mängelquote von Suzuki GSX R 750 und Honda CBR 900 RR liegt mit rund 90 Prozent etwa gleichauf. Bei der Wertentwicklung führt die Suzuki mit 9500 Euro vor der Honda mit 8300 Euro. Eine gemeinsame Mängelquote von rund 85 Prozent gilt auch für die Suzuki DR 650 R Dakar und die Honda NX 650 Dominator. Beim Wert sind sie laut den Sachverständigend er GTÜ absolut identisch: 5200 Euro lautet der Betrag. Bei den Tourern schneidet die MZ ETZ 251 mit einer Mängelquote von 95 Prozent leicht besser als die BMW K 1100 LT mit 87 Prozent ab; das DDR-Produkt stehle also in dieser Hinsicht dem westdeutschen Motorrad die Schau. Dieses revanchiere sich dann beim Fahrzeugwert: Dieser beträgt laut GTÜ durchschnittlich für die BMW 7100 Euro im Vergleich zu 5600 Euro für die MZ. Dennoch sei auch hier die MZ ein Gewinnertyp, denn ihr relativer Wertverlust im Vergleich zum Neupreis sei geringer als bei der BMW.

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bike & business 5/2022

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