Hilflos im BMW-Metaversum

Auf den BMW Days in Berlin stellte der deutsche Motorradhersteller seine neue Erlebnisplattform vor: #MetaRide! Ein Metaversum speziell für Fans der Marke BMW Motorrad, wobei es in erster Linie um das neue Zweirad in der Einsteigerklasse ging: die CE-02. Nach eigenem Bekunden weder E-Scooter noch Motorrad, sondern eParkourer.

BMW setzt mit diesem Projekt marketingtechnisch wieder ganz eigene Akzente und verspricht eine brandneue #UserExperience. Im Metaride gelte es, engagierte Quests mit Sammelobjekten zu bewältigen, mit denen die Kunden, getarnt als ihr eigener Avatar, auf ihre individuelle Abenteuerreise gehen könnten. Damit habe man die nächste Stufe der Produktimmersion erreicht, man „versinke“ gleichsam in eine virtuelle Welt. Hä, alles verstanden? Dieser BMW-Marketingsprech und das verwendete Denglisch haben schon ihre eigenen Qualitäten. Muss man nicht mögen, scheint heutzutage aber schwer angesagt zu sein.

Die Plattform ist seit dem 7. Juli online. Neugierig, wie ich bin, habe ich mich natürlich sofort im BMW-Metaversum angemeldet, welches sogar leidlich gut funktioniert hat. Registrieren, die App herunterladen und meinem Avatar einen Namen verpasst – schon war ich abmarschbereit, um in die schöne neue virtuelle BMW-Welt abzutauchen. 

Schnell musste ich allerdings feststellen, dass mir in puncto modernes Videospiel das nötige Fach- und Praxiswissen fehlt, denn es haperte schon am fingerfertigen Umgang mit den Tastenkombinationen, mit denen ich meinen Avatar steuern sollte. Linke Kupplungs- und rechte Gashand sowie linker Schaltfuß harmonieren in meiner „echten“ Motorradwelt deutlich geschmeidiger als meine Fingerkuppen, welche die Pfeile auf der Tastatur bewegen sollen. Zudem kenne ich mich mit Spielekonsolen so gut wie gar nicht aus, hat mich bis heute noch nie interessiert. Und so taumelte ich denn auch ziellos im Metaride umher, schaffte mal einen lustigen Hopser mit meinem Online-Ego auf das Motorrad oder konnte mühsam dann nach links, rechts, vorne und hinten steuern. Wie ich allerdings agieren muss, um Quests einzusammeln und eine Spielstufe weiterzukommen, blieb mir ein Rätsel – entnervt gab ich letzten Endes auf. 

Das ist nicht meine Welt – und dürfte es auch für das Gros der meisten Biker heutzutage nicht sein, zumindest, wenn sie der Babyboomer-Generation angehören, doch vielleicht öffnen sich dem Hersteller durch das Metaride neue, jüngere Kundengruppen. Das wird beim BMW-eParkourer bestimmt so sein, aber für uns Easy Rider ist ein solcher Ausflug ins Metaversum wie ein Trip auf einen anderen Planeten. Wir setzen uns halt lieber auf unsere Böcke und genießen jeden einzelnen verdammten Kilometer auf der Asphaltpiste oder im Gelände. Wir brauchen keinen Avatar, um glücklich zu sein.

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