Motorrad-Gutachten sind Detektivarbeit

Foto: FSP

Sachverständige

Motorrad-Gutachten sind Detektivarbeit

Wenn Schäden an Motorrädern bewertet werden müssen, ist häufig ein Unfall vorausgegangen. Die Besonderheit: Manchmal sind die Fahrer nicht ansprechbar oder können sich nicht gut oder gar nicht an den Unfall erinnern, das Fahrzeug selbst ist in dann oft in keinem guten Zustand. Um alle Schäden erkennen zu können, braucht es einen Spezialisten, denn viele typische Beschädigungen am Bike sind wegen der Verkleidungen und deren Konstruktion nur schwer zu finden.

Carsten Raupach ist spezialisiert auf Motorradschäden und der Gutachter verrät, worauf es dabei ankommt. Als Partner der FSP, die zum TÜV Rheinland gehört, hat er eine starke Organisation im Rücken. Zur FSP Fahrzeug-Sicherheitsprüfung Leitung und Service GmbH gehören über 700 selbstständig agierende Partner bieten sowohl amtliche Fahrzeuguntersuchungen nach den Vorschriften der StVZO als auch Schaden- und Wertgutachten an.

„Einspurige Fahrzeuge haben naturgemäß ein ganz anderes Fahrverhalten als mehrspurige. Wer an Motorrädern und anderen Zweirädern Schäden seriös beurteilen will, muss sich damit sehr gut auskennen. Die Kräfte wirken hier einfach ganz anders, sodass es nötig ist, sich darauf intensiv einzustellen.“ 

Dazu kommt, dass zum Beispiel die so genannten Supersportler mit ihren bis zu 230 PS enorme Geschwindigkeiten erreichen, was leider auch schwere Beschädigungen nach sich ziehen kann. Es versteht sich von selbst, dass für passende Gutachten eine besondere Spezialisierung nötig ist und solche Spezialisten, wozu Carsten Raupach zählt, sind selten. 

Wenn Motorräder nur vorn während der Fahrt berührt werden, hat das auch bei niedrigen Geschwindigkeiten schon schwerwiegende Folgen für Fahrer und Fahrzeug. Denn anders als bei zweispurigen Fahrzeugen fällt ein Zweirad eben einfach um, sobald es aus der Balance gerät, wodurch es für den Fahrer wesentlich schwieriger ist im Ernstfall gegenzusteuern. Anders als beim Auto ist ein Sturz und damit eine Beschädigung eines Zweirades bei Berührungen welcher Art auch immer fast unausweichlich.

Carsten Raupach weist auf einen weiteren Unterschied zwischen Motorrad und Auto hin: „Motorräder sind meistens sehr stark individualisiert. Das macht die Bewertung von Schäden zu einer besonderen Herausforderung. Denn leider dokumentieren die wenigsten Halter Nach- oder Aufrüstungen wirklich gut, sodass es nach Unfällen einer Detektivarbeit gleicht, den Wert mancher Teile oder des gesamten Zweirads zu ermitteln.“ Denn anders als das Auto wird das Motorrad von den meisten Fahrern als Hobby verstanden, wodurch eine sehr emotionale Bindung zum Fahrzeug ist die Folge und damit der Wunsch, es immer noch besser auszurüsten. Motorradfahrer investieren deshalb eine Menge Geld in Optimierungen und vor allem in optisches Tuning. Genau dies später zu beziffern, ist nach einem Schaden die Aufgabe eines Gutachters, ein schwieriges Unterfangen, für das es weitreichende Kenntnisse braucht.

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