Motorradmesse – ein Auslaufmodell?

Die nach wie vor sehr gut besuchten regionalen Motorradmessen in Dortmund, Hamburg und München mögen noch die Ausnahme von der Regel sein. Doch insgeheim steht das Businessmodell Motorradmesse spätestens seit Corona unter kritischer Beobachtung der Zweiradbranche. Die wichtigsten Argumente gegen Motorradmessen: Nicht mehr zeitgemäß, zu teuer, die wichtigsten Modellneuheiten und Marken nicht mehr alle vollzählig vertreten, Besuchermüdigkeit, für den jugendlichen Zweiradnachwuchs und jüngere Einsteiger nicht cool genug…

Mit einer solchen pauschalen Generalkritik wollen sich die Messemacher aber nicht abfinden: Mit neuem Konzept für die Intermot tritt zum Beispiel die Messe Köln an, denn die soll künftig immer jährlich stattfinden, und zwar Anfang Dezember. Den Langzeitwettbewerb um die internationale Leitmesse hat die EICMA in Mailand zwar für sich entschieden – doch auf dem wichtigen deutschen Markt werden die Karten neu gemischt.

Vorvergangene Woche hatte die Redaktion in Unna Besuch von Alexander Wolf (Projektleiter) und dem neuen Pressemann Markus Majerus. Sie diskutierten ihre Pläne mit Frank Roedel, Maggie S. Zimpel und mir. Noch ist das Konzept nicht final, doch so viel sei vorab verraten: Unter dem Motto „Köln verbindet alle!“ soll sich die Intermot zum führenden Motorrad-Live-Event mit vielen Info- und Entertainment-Elementen in Deutschland aufschwingen – für den nationalen Privatbesucher/Biker, den deutschen Fachhandel und aus den angrenzenden Ländern sowie für Hersteller und Importeure.

Interessant fand ich dieser Tag auch den Ansatz der Schwabenbike in Heidenheim. Die kleine, aber feine Händlermesse für die Region Stuttgart bis Augsburg zog an zwei Tagen zwar nur 5000 Besucher an, doch waren alle, wirklich alle wichtigen Marken zu bestaunen. Möglich gemacht haben dies die ausstellenden Händler, die tragende Säule der Schwabenbike. Herstellerstände gab es nicht – und wurden auch nicht vermisst. Wegen der sehr günstigen Messekonditionen für die Händler waren alle Marken, die andernorts vermisst wurden, an Bord. Die hochmotivierten und engagierten Dealer sorgten dafür, dass in Heidenheim ein richtiges Motorradfest über die Bühne ging und alle relevanten Motorradmarken waren würdig vertreten. Unter anderem von unseren »Motorradhändler des Jahres 2024«-Teilnehmern Warm Up Zweiradtechnik, H & S Motoradtechnik oder MüKe Bikes, um nur einige zu nennen. Insgesamt waren dreizehn aufrechte Schwabendealer am Start. 

Ein Dank geht an Organisator Bernd Hudelmaier, der die dreizehn wackeren Schwabenhändler mit seinem fairen Angebot nach Heidenheim lockte. „Die Qualität der Besucher war enorm, das Kaufpotenzial hoch“, schwärmte mir Thomas Holzner von Warm-Up Zweiradtechnik vor. Mein Fazit: Die Motorradmesse muss doch kein Auslaufmodell sein!

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bike & business 4/2024

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