Mut zur Zukunft

Nach dem fulminanten Motorradjahr 2020 nutzen viele Händler die Winterpause und den Corona-Lockdown, um sich strategisch auf die neue Saison vorzubereiten. Das ist auch gut so. Denn wenn sich die Showrooms füllen und die Kunden mit ihren scharrenden Hufen ab März wieder in die Läden drängen, bleibt für strategische Weichenstellungen und Verbesserungen bei den internen operativen Prozessen einfach keine Zeit.

In den zahllosen Telefonaten, die ich in diesen wirklich irren Pandemie-Zeiten mit vielen Händlern führe, wird deutlich, mit wie viel Elan und Freude man derzeit in der Motorradbranche unterwegs ist. Das vergangene Geschäftsjahr war für viele das beste in ihrer Firmengeschichte. A1 in B-Boom, die Umstellung von Euro 4 auf Euro 5, die Renaissance der individuellen Zweiradindividualität (dank Corona!) - all dies bescherte den Unternehmen vielerorts Rekordergebnisse. 
Es gilt jetzt, nicht mit zu viel Optimismus in die neue Saison zu gehen, sonst droht die Überhitzung. Augenmaß und Realitätssinn sollten die Oberhand behalten. So sensationell gut wie 2020 wird dieses Jahr gewiss nicht werden.
Gleichwohl stimmt mich sehr zuversichtlich, wie viele Händler gerade in ihre Zukunft investieren. Zum Beispiel Stefan Schmidt von MCA. Der „Godfather of motorcycles“ eröffnete eben seine dritte Filiale. Neben seinem Stammsitz in Altendiez (BMW, Ducati, Honda, Vespa, KTM, MV Agusta) und dem KTM-Laden in Limburg hat er nun in der Mainmetropole MCA Frankfurt eröffnet. In unmittelbarer Nachbarschaft der Harley-Factory dreht sich alles um die Marke BMW – eingebettet in ein fantastisches Gesamtkonzept. In bike & business 3/2021 berichten wir ausführlich über das Leuchtturmprojekt.
Doch die Liste der mutigen, zukunftsgerichteten Investoren im Motorradhandel ließe sich beliebig lange fortführen. Armin Dusella von der Ledus Motorrad GmbH ist mit Ducati Rheinsieg umgezogen nach Waldbröl und hat dort einen wunderschönen Ducati-Betrieb aus dem Boden gestampft. Bereits im vergangenen Jahr hat Peter Schneller von Bikers Stable in Deiningen bei Nördlingen (Honda, Suzuki, SWM) seine Ausstellungsfläche durch einen großzügigen Anbau nahezu verdoppelt. Marcel Bolte von Motorrad Bolte, Honda- und KTM-Vertragshändler in Georgsmarienhütte, hat sich den Honda-Betrieb in Sassenberg ins Portfolio geholt und will dort nach Umbau 2021 mit der japanischen Marke Gas geben. Tim Wilsing, Inhaber von Motorrad Isartal GmbH in Gelting bei München (Ex-Harley-Betrieb von Wolfram Rummel, dem verstorbenen langjährigen Präsidenten des Harley-Händlerverbandes) hat sich für die Marke Yamaha ins Zeug gelegt und den Standort komplett um- und ausgebaut.Schließlich Adnan und Dennis Evecan. Die Honda-Exklusivhändler in Fürstenfeldbruck rüsten sich für ihr 40-jähriges Jubiläum, das 2022 ansteht. Heute sei der Architekt bei ihm gewesen, erzählt er mir am Telefon. Es soll kräftig erweitert werden, die Werkstatt und der Showroom um jeweils 100 Quadratmeter wachsen, plus neue Kellerflächen. Der Firmengründer und sein Sohn geben kräftig Gas. „Ich habe so viel Spaß an meiner Arbeit und sprühe vor Energie“, erzählt mir der 
63-Jährige. Der Chef brennt fürs Business, ans Aufhören denkt er noch lange nicht.
Genau so, liebe Händler: Mit Leidenschaft sich Ziele setzen, auch mal Geld in die Hand nehmen, um die Zukunft noch erfolgreicher und sicherer zu machen. Das nötigt mir den größten Respekt ab.

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bike & business 5/2021

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