Speedlog

Nein zum Mofa-TÜV!

Im Speedlog vom 19. März schrieb ich über die Pläne des EU-Parlamentes, die HU-Pflicht europaweit einzuführen. Damit soll die Technische Prüfpflicht nicht nur für Motorräder gelten sondern auch für Mofas und Mopeds mit einem Hubraum von weniger als 125 Kubik. Bislang herrscht ein ziemliches Kuddelmuddel in Sachen technischer Überwachung von motorisierten Zwei- und Dreirädern. 

In Frankreich und Belgien löste die EU-Ankündigung Massenproteste der Biker aus. In Deutschland gab es naturgemäß keinen Aufschrei, doch wurden durchaus kritische Stimmen laut. Wie etwa vom »bike & business«-Leser Michael Homölle:

„Ich bin ein Fan von klassischen Mofas und Mopeds und repariere - wenn dies möglich ist – auch gerne selbst. Das wirft meiner Meinung nach im Bezug auf eine technische Untersuchung einige Fragen auf. Denn der Mofa-Boom ist seit Jahrzehnten vorbei. Viele Marken sind vom Markt verschwunden. Die Produktion der letzten Mofas eingestellt (Tomos und Peugeot). Daher ist die Ersatzteilversorgung äußerst schwierig und man ist gezwungen, Nachbauteile zu verwenden und geht damit Kompromisse ein. Daher ist meiner Meinung nach eine Überprüfung, die über das Maß der Sicherheit hinausgeht, nicht sinnvoll. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass beispielsweise meine Solo genau so laut ist wie es in den uralten Datenblättern steht. Wenn TÜV, dann nur eine Überprüfung der Sicherheit!“

In die ähnliche Kerbe haut »bike & business«-Leser Horst Holler:

„Zum geplanten TÜV für Mofas habe ich eine klare Meinung: Auf keinen Fall! Es ist schon eine Schande für die Sachverständigen- und Prüforganisationen, dass sie ihren Hals nicht voll genug bekommen. Bisher ist jeder Mopedfahrer (50 ccm) selbst verpflichtet, sein Zweirad in einwandfreien technischen Zustand zu halten, da er sonst bereits jetzt gegen die StVO verstößt und von der Polizei zur Rechenschaft gezogen wird. Diese ,Selbstverpflichtung' ist aus meiner Sicht völlig ausreichend! Wo sind die konkreten Unfallzahlen, die eine derartig angestrebte Untersuchung rechtfertigen?
Des Weiteren meine Frage: Wie sieht es mit S-Pedelecs aus? Wie mit normalen Pedelecs? Wenn schon, dann bitte alle gleich behandeln.
Mein Vorschlag: Alle Fahrzeuge, die regelmäßig zum Kundendienst vorgefahren werden, sollen von der Werkstatt das HU-Siegel erhalten, denn keiner kennt das zu prüfende Fahrzeug besser als die Fachwerkstatt! Ich weiß, dieser Vorschlag würde natürlich den TÜV, Dekra & Co. nicht gefallen. Mir aber egal, denn als Endkunde würde ich mir sehr viel Zeit ersparen. Ein Kundendiensttermin würde alles erledigen, wäre also verbraucherfreundlich und dahin sollten wir kommen.
Und nach dem Prinzip ,Wehret den Anfängen' bin ich der Meinung, dass man jetzt gegen diese Bestrebungen vorgehen sollte. Abwarten und zu sagen, das wird noch Jahre dauern, bis der TÜV für Mofas kommt – das wäre aus meiner Sicht einfach zu kurz gedacht. Über kurz oder lang trifft uns die Verwaltungskeule dann doch. Also: TÜV für Mopeds bis 50 ccm: Auf keinen Fall!“

Was meint ihr dazu? Haben die beiden Mofa-Experten recht? Zu diesem wie auch zu anderen Wunschthemen, die ihr gerne mal behandelt haben möchtet, könnte ihr mir gerne Anregungen durchs Netz jagen: maderner@syburger.de.

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bike & business 5/2021

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