Die Flut im Kopf

Eigentlich wollte ich heute über die geglückte Premiere der „bike & business“-Motorradtour unter Syburger-Flagge im Bergischen Land berichten, bei der das Netzwerken, die Kulinarik und Benzingespräche im Fokus standen. Gerne hätte ich die Erlebnisse der 70 Zweiradprofis aus Handel, Verbänden, Dienstleistern und der Zubehörindustrie, die am Event teilnahmen, geschildert. Das muss jetzt warten. Denn die Flutkatastrophe bestimmt aktuell mein Denken.

Dort, wo wir vor ein paar Tagen ausgehend vom Rösrather Geno-Hotel heiter und vergnügt mit unseren Mopeds durch tolle Bikereviere kariolt sind, hat das vermaledeite Tiefdruckgebiet Bernd am vergangenen Dienstag und Mittwoch verheerende Verwüstungen hinterlassen. Weil es an zwei Tagen so viel regnete wie sonst in zwei Monaten, riss eine noch nie gesehene Flutwelle nicht nur ganze Hänge, Autos, Häuser und Firmengebäude weg sondern auch rund hundert Menschen in den Tod. Eine Naturkatastrophe, wie sie unser Land schon lange nicht mehr heimgesucht und erlebt hat. Wo wir vor kurzem ausgelassen feierten in unserem Biker-Hotel, sind nun die evakuierten Insassen eines Seniorenheims aus Hoffnungsthal untergebracht! Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Hinterbliebenen. Und bei den vielen kleinen und großen Betrieben, die betroffen sind und die nach Corona nun durch diese Sintflut erneut in ihrer Existenz bedroht sind.

Wir appellieren an die Solidarität aller, der Gesellschaft, der Kommunen, der Kreise, der Länder und des Bundes und hoffen sehr, dass der materielle Schaden zumindest finanziell kompensiert werden kann – die immateriellen Verluste sind ohnehin nicht mehr gut zu machen.

Eine Welle der Solidarität schwappt durchs Land. Die Rettungskräfte von Feuerwehr, THW, Bundeswehr und Notfalldiensten sind im Dauereinsatz. Nicht-Betroffene nehmen wildfremde obdachlose Flutopfer in ihren eigenen vier Wänden auf. Die Bereitschaft zum Spenden für unsere urplötzlich in Not geratenen Landsleute ist so hoch wie nie zuvor.

Kurt Lürken, Leiter After Sales Kohl Motorrad, schrieb mir:

„In der Stadt Aachen ist zum Glück nicht viel passiert; vollgelaufene Keller und ein paar kleinere Schäden. Was jedoch in der Region passiert, ist wirklich unfassbar!! Bisher wurden über 100 Tote gefunden und das ist sicher noch nicht das Ende. In der betroffenen Städten, Orten und Gebieten sieht es aus wie nach einem Bombenangriff. Man kann sich das wirklich nicht vorstellen. Sehr viele in meinem Umfeld haben Betroffene oder sind selbst betroffen.“

Dieses Statement lässt mich traurig und nachdenklich zurück. Es ist schwer, wieder zur Tagesordnung überzugehen. Schreiben Sie mir, inwieweit Sie betroffen sind oder wie Sie mit der Situation umgehen. Es geht mir nicht um reißerische Überschriften in meinem Medium. Es geht mir um konkrete Ansätze zur Hilfe, welche Form die auch immer annehmen könnte. Mail an maderner@syburger.de.

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bike & business 5/2021

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