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Freie Fahrt für caritative Biker!

In jüngster Zeit mehren sich wieder die fahraktiven Motorradtreffen und -Veranstaltungen, die einen gemeinnützigen Hintergrund haben. Diesen Trend konnte selbst die Corona-Pandemie nicht einbremsen. So durfte ich zuletzt unterwegs sein mit gleichgesinnten Motorradverrückten beim weltumspannenden Distinguished Gentleman's Ride am Pfingstsonntag (23. Mai) in Würzburg und beim Fellows Ride am 12. Juni, ebenfalls im Unterfränkischen. Zwei unterschiedliche Events – das eine global, das andere lokal. Aber beide von unheimlich wichtiger Bedeutung, um das Bild des Motorradfahrers in der Öffentlichkeit zu verbessern.

Beim Distinguished Gentleman's Ride gingen in bisher zehn Jahren seit seiner Gründung über 300.000 Biker an den Start und betreiben seither ein erfolgreiches Fundraising für den guten Zweck. Das war auch am Pfingstsonntag in Würzburg so, wo örtliche Händler wie das Motorradhaus Ebert oder hmf Würzburg für das wohltätige Event trommelten und ihre Kunden aktivierten. So kamen bislang über 30 Millionen US-Dollar für die medizinische Forschung gegen Prostatakrebs und die Unterstützung der psychischen Gesundheit von Männern zusammen.

„Ride don't hide“ hieß es auch beim Fellows Ride in Würzburg. Rund 350 Biker hatten sich zu einer 168 Kilometer langen Motorradausfahrt durch Mainfranken zusammengefunden, um sich voller Lebensfreude für die Depressionshilfe stark zu machen. Das Motto der Veranstaltung: „Mit offenem Visier gegen Depression“. Letztlich kamen Spenden in Höhe von insgesamt 7500 Euro zusammen. Nachdem die Organisationskosten abgezogen waren, freute sich die Psychiatrie der Uniklinik Würzburg über einen Scheck in Höhe von 5000 Euro.

Die Idee zu diesem Event hatte Dieter Schneider, ehemaliger Säbelfechter und Olympionik, im Rahmen seiner zahlreichen Motorrad-Weltreisen. Die Biketrips halfen ihm, den Schmerz über den Verlust seines seines Sohnes zu verarbeiten, der sich wegen einer schweren Depression vor ein paar Jahren das Leben genommen hatte. Der Fellows Ride, der im nächsten Jahr bundesweit ausgerollt werden soll, will die Gesellschaft für das Thema Depression sensibilisieren. Begleitet wurde der Tross von der Motorradstaffel des Polizeipräsidiums Würzburg mit insgesamt zwölf Maschinen und fast noch einmal so vielen Bikes der Rettungsdienste Johanniter, DRK und ADAC.

Man kam sich stellenweise vor wie auf einem Gipfeltreffen wichtiger Staatsmänner und -frauen: Rote Ampeln waren außer Kraft, alle Einmündungen, Kreisverkehre und Orts- und Stadtdurchfahrten wurden von den Dienstfahrzeugen mit Blaulicht blockiert, die Passanten an der Strecke applaudierten und filmten mit ihren gezückten Smartphones um die Wette. Freie Fahrt für caritative Biker! Das hat nicht nur uns Motorradfahrern gefallen. Ich glaube, dass auch die Polizei ihren Spaß hatte. Motorradfahrer, Ordnungshüter und Rettungssanitäter in seltener Eintracht auf der Piste. Das hatte definitiv was. Die Herren in Blau haben ihren Job sensationell gut gemacht!

Haben auch Sie in jüngster Zeit an einem Biker-Event mit caritativen Hintergrund teilgenommen? Schreiben Sie mir von Ihren positiven Erlebnissen. Ich fasse das gerne mal zusammen, was wir Biker alles Gutes tun. Damit die Öffentlichkeit mal was anderes zu hören bekommt als immer nur Motorradlärm, Fahrverbote und Streckensperrungen! Man kann es langsam nicht mehr hören. Mail wie immer an maderner@syburger.de.

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bike & business 5/2021

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